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Präses der neuen Kreissynode: aus unserer Gemeinde

Mit der konstituierenden Sitzung hat sich der neue evangelische Kirchenkreis Gotha am 21. März 2026 nun auch synodal auf den Weg gemacht. Drei bisher eigenständige Kirchenkreise sind zusammengewachsen – und mit ihnen Menschen, Erfahrungen und Perspektiven.

Der Präses der neuen Kreissynode kommt aus unserer Gemeinde. Olaf Schneider-Rehberg war lange Jahre Vorsitzender des Gemeindekirchenrates der Boxberggemeinde. Mehrere Legislaturperioden gehört er schon der Kreissynode an und war auch zuvor bereits Präses der Kreissynode. Nun steht er auch an der Spitze des neu gebildeten Kirchenkreises: Herzlichen Glückwunsch, lieber Olaf!

Was daneben bei der Kreissynode besonders beeindruckt hat: das große Engagement. 50 Synodale haben sich eingefunden, die Mehrheit von ihnen ehrenamtlich. Sie bringen Zeit, Kraft und Überzeugung ein – lassen sich in Ausschüsse wählen, übernehmen Verantwortung in Vorständen und kandidieren für die Landessynode. Hier zeigt sich eindrücklich, wie viel Herzblut in unserer Kirche lebt. Dieses Engagement ist ein echtes Geschenk – und ein starkes Zeichen für die Zukunft.

Ein Gottesdienst mit einer ermutigenden Predigt des Regionalbischofs Tobias Schüfer eröffnete die Sitzung und setzte einen geistlichen Akzent, der den Tag spürbar prägte.

Und doch offenbarte sich im weiteren Verlauf auch eine andere Seite kirchlicher Realität: die Mühen der Verfahren. Über viele Stunden hinweg bestimmten Wahlen den Tag – notwendig, sorgfältig, demokratisch legitimiert. Aber auch: zäh. Sechs Stunden nahezu durchgehend Abstimmungen, vielfach in mehreren Wahlgängen und in geheimer Wahl durchgeführt, ließen erahnen, wie viel Geduld hier gefordert war.

Was dabei nicht nur nachdenklich macht, sondern wütend: Im Jahr 2026 stehen längst digitale Lösungen bereit, die solche Prozesse effizient, transparent und zeitsparend gestalten könnten. Dass diese auf Ebene der Kreissynoden nicht eingesetzt werden dürfen – obwohl sie an anderer Stelle in der Kirche bereits im Einsatz sind –, ist kaum zu rechtfertigen. Hier werden wertvolle Zeit, Energie und Engagement der Haupt- und Ehrenamtlichen unnötig gebunden.

So bleibt dieser Tag in doppelter Erinnerung: als Höhepunkt gelebten ehrenamtlichen Engagements – und zugleich als Beispiel dafür, wie sehr kirchliche Strukturen noch hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben können.

Vielleicht liegt gerade darin auch ein Auftrag für die Zukunft: die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass das Engagement der Menschen bestmöglich unterstützt wird – und nicht durch unnötig aufwendige Verfahren ausgebremst.

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